Die Albertis – eine Schaustellerfamilie

65 Min. | 2000
  • Inhalt

    Schlagermusik, Stimmengewirr, Lachen und Schreien, ein altes Kettenkarrussell dreht sich durch die Luft, am Scooter stoßen die Jugendlichen mit den Autos zusammen und an der Schießbude werden Rosen geschossen „Kommen Sie näher, kommen Sie ran, hier werden Sie genauso nett bedient wie nebenan. Keine Nieten. Das Glück liegt in Ihrer Hand.“, so begrüßt Horst Frank die Gäste vom Vergnügungspark Alberti, ein Familienunternehmen mit Tradition, denn bis 1972 fuhr die Großfamilie als Zirkus durch die DDR. Hinten zwischen den Wohnwagen zeigt er alte Fotos, Horst und seine Frau Marianne als Hochseilartisten. Die schmerzhafte Erinnerung an die von den DDR-Behörden verfügte Auflösung des Zirkus treibt Horst noch immer die Tränen in die Augen. Um trotzdem als Familie auf der Reise bleiben zu können, wurden sie Schausteller.

    Heute sind die Albertis eine Großfamilie von 25 Menschen, die mit Karussells, Buden und Wohnwagen in Ostdeutschland von Ort zu Ort ziehen und ihre seit Generationen überlieferte Lebensform beibehalten haben. Liebe, Familie und Heirat alles ist anders bei den Nomaden der Landstraße. Warum dieses Leben für alle Generationen auf dem Platz so viel lebenswerter, solidarischer und vielleicht erfüllter ist, als bei uns Seßhaften, den „Privaten“, wie sie sagen, davon erzählt dieser Film.

  • Team

    Buch, Regie und Ton: Quinka F. Stoehr
    Kamera: Gisela Tuchtenhagen
    Montage: Margot Neubert - Maric
    Dramaturgische Beratung: Gabriele Kotte
    Mischung: Pierre Brand
    Redaktion: Enno Hungerland, Reinhard Wulf

    gefördert durch
    Kulturelle Filmförderung Schleswig-Holstein

  • Pressestimmen

    Frankfurter Rundschau
    Quinka F. Stoehr hat einen liebenswerten Dokumentarfilm über die Geschichte der Schaustellerfamilie gedreht. Sie hat sich Zeit genommen und genau hingeschaut. (...)
    Der Film stellt kein exotisches Abenteurer-Leben zur Schau; auch die Albertis haben ihren Alltag. Kinder werden krank, Wäsche wird aufgehängt, die Treppe zum Wohnwagen muß geputzt werden - und dann dieses ewige Auf- und Abbauen. Und manchmal macht Herr Alberti ein sorgenvolles Gesicht: “90 Mark täglich kostet der Sprit für die Karussells, dann gibt es noch die Platzmiete - ja und essen muss der Mensch schließlich auch“.


    Potsdamer Neueste Nachrichten
    Quinka F. Stoehr mischte sich ganz behutsam in die Großfamilie, die seit vielen Generationen dem Nomadenleben frönt und ganz eigene Gesetze hat. Gemeinsam blätterten sie sich durch die Alben der Kindheit und Jugend, ließen Hochzeiten und Geburten wieder aufleben: ganz unspektakulär und doch auf besondere Weise. (...)
    „Die Albertis, eine Schaustellerfamilie“ ist ein einfühlsames, leises Portrait über eine exotische Welt mitten unter uns.


    Stefanie Haacke, Berlin
    Freiheit ist eines der wichtigen Hintergrundthemen von Quinka Stoehrs Dokumentarfilm über “Die Albertis“. (...) Die Bilder zeigen die warmen, lockenden Farben, das Blinken und Flimmern des Rummels bei Nacht, und sie zeigen die harte Realität hinter den Kulissen, den Auf- und Abbau, die Gesichter der Kinder bei der Anmeldung in der Schule. Die Kamera von Gisela Tuchtenhagen ist wie ein geduldiger Blick, der abwarten kann und vor dem die Bilder und die Menschen zu sprechen beginnen. Das ist das Besondere an Quinka Stoehrs Vorgehensweise: Ihre Fragen lassen den Protagonisten die Freiheit, sich zu zeigen wie sie es möchten, und hier kommt eine weitere Dimension des Themas Freiheit ins Spiel, es geht um die große Kunst, den Menschen ohne eine vorgefertigte „Message“ zuzuhören, ihnen den Raum zu geben,
    von sich und ihrem Leben zu sprechen.

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