Virginia Grütter. Más fuerte que el dolor – Stärker als der Schmerz

76 Min. | 1995
  • Inhalt

    Der Film portraitiert eine außergewöhnliche Frau, die sich trotz familiärer und gesellschaftlicher Gewalt, aus den ihr zugewiesenen Rollen befreit und selbst auf den Weg gemacht hat. Er erzählt von den Schmerzen, die dieser Weg bereitet, von den Verletzungen und Schädigungen: doch das Begehren sich nicht zu fügen, ist „stärker als der Schmerz“. Es ist aber auch ein Film über eine Frauenfreundschaft zwischen einer jüngeren und einer älteren Frau, ein Film über Mütter und Töchter. Die Lateinamerikanerin Virginia Grütter trägt noch heute den Namen ihres deutschen Stiefvaters, im Jahr der Premiere ihres Filmportraits ist sie 66 Jahre alt. Heute lebt sie in Costa Rica, wo sie auch geboren wurde, doch ihr Lebensweg führte sie nach Kuba, Chile, Nicaragua, die DDR und ins Kriegsdeutschland der Nazis. Sie war Theaterregisseurin, begeistert von Brecht, den sie in Mittelamerika bekannt gemacht hat, arbeitete als Journalistin und schrieb über Politik, Kunst und Kultur und veröffentlichte Gedichtbände, sowie zwei Romane. Aus Puzzlestücken ihrer Biografie und Momentaufnahmen der Annäherung verwoben mit Texten ihrer Poesie, Liedern und Prosa entsteht das sehr persönliche Portrait einer Frau zwischen den Welten, die nicht nur die Grenzen der Gesellschaft, sondern auch ihre eigenen gesprengt und überschritten hat.

  • Team

    Buch und Regie: Quinka F. Stoehr
    Kamera und Assistenz: Rudolf Körösi, Ursula Körösi
    Ton: Fredo Wulf
    Dramaturgie und Schnitt: Gisela Tuchtenhagen
    Produktionsleitung: Gerd Frese
    Produktion: StoehrMedien in Kooperation mit dem SWF

    gefördert durch
    Kuratorium junger deutscher Film, Kulturelle Filmförderung Schleswig-Holstein und Kulturelle Filmförderung Mecklenburg-Vorpommern

  • Pressestimmen

    Gegenwind, Kiel, Nr. 89, 2/96
    Die Schwierigkeiten der Annäherung an eine komplexe Persönlichkeit, die Gefahr nur eigene Klischees zu reproduzieren, die Balance zwischen Freundschaft und Distanz - solche Aspekte des Entstehungsprozesses der Dokumentation werden hier offen einbezogen. Und das geschieht mit großem Gewinn für den Film.


    TIP, Berlin, 3/96
    Die Kielerin Quinka Stoehr hat ein zutiefst persönliches, dabei auch verstörendes Portrait der 66-jährigen gezeichnet, das den Prozess der Annäherung in den Film miteinbezieht.


    Filmbrief der kulturellen Fimförderung Schleswig-Holstein, Lübeck, Nr. 34, 1/96
    Gerade auch aus dem spontanen Nachzeichnen der Gefährdung dieser von Quinka Stoehr in kritischer Verehrung gesehenen Heldin gewinnt der Film seine Spannung.


    KINEMA komunal, Frankfurt a. M., 4/96
    In eindrucksvoller Ehrlichkeit wird jede idealisierende Erhöhung der "Heldin", die für Quinka Stoehr eine "Rebellin" ist, ausgeschlossen. Entstanden ist das Porträt einer Frau, der Freundschaft zwischen einer älteren und einer jüngeren Frau, ein Film auch über "Traditionen" zwischen Müttern und Töchtern, der spezifisch eigenen 'Geschichte' von Frauen, wie sie von den italienischen Feministinnen der 70er Jahre M gefordert wurden. (...)


    ILA, (Informationsdienst Lateinamerika) Bonn, 10/96
    Mit ihrer Herangehensweise ist es Quinka Stoehr gelungen, einen gleich in dreifacher Hinsicht bemerkenswerten Film zu machen: Sie zeigt eine Annäherung an die Biografie einer revolutionären lateinamerikanischen Künstlerin, sie macht deutlich welche Brüche und Wunden ein solches Leben mit sich bringt, und sie offenbart die Schwierigkeiten der filmischen Dokumention selbst.

  • Gutachten der Filmbewertungsstelle

    „Nicht nur die außerordentliche Persönlichkeit der Virginia Grütter, Teile ihres spannenden Lebens und ihres literarischen Werkes, ihre Schönheit und ihre Krankheit werden in dieser gelungenen Dokumentation deutlich. Gerade auch durch die Einbeziehung der Situation der Filmemacherin in der Auseinandersetzung mit ihrer Protagonistin gewinnt der Film an Tiefe. Ihre Hilflosigkeiten, wie bei der Weigerung Virginias, die Dreharbeiten fortzusetzen, werden nicht glattgebügelt, sondern öffnen den Blick und erzeugen das Bedürfnis nach mehr Information über den Fortgang der Dreharbeiten. Krankheit und Altern werden nicht schamhaft verschwiegen, sondern bilden ein zentrales Movens des Films. Er zeigt kein Hochglanzportrait, sondern die Wechselwirkungen zwischen Erinnerung und Gegenwart mit all ihren Brüchen. In Andeutungen ergeben sich weitere widersprüchliche Aspekte, die der Film akzentuiert, ohne sie vorschnell und schlüssig zu beantworten. Nicht nur eine hervorragende Dramaturgie und der Schnitt erzeugen Spannung und Neugier, auch die filmische Gestaltung (Haare färben, Kettenkarussell) ist von einer hohen optisch-sinnlichen Qualität.“
    Prädikat: Besonders wertvoll

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