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Vergessen kann ich das nie - wiederentdeckt von Feminist Elsewheres in Berlin am 05.05.2026

Ich freue mich, dass am 05.05.26 um 18.00 Uhr in Berlin die Filmkuratorin Fiona Berg von Feminist Elsewheres meinen Erstlingsfilm "Vergessen kann ich das nie - Die Geschichte einer Vergewaltigung" (Regie Quinka Stoehr, Kay Ilfrich, D 1986) zeigen wird. Es war der erste deutsche Dokumentarfilm, der Vergewaltigung und sexualisierte Belästigung dokumentarisch thematisiert hat. Minutiös arbeitet der Film einen Vergewaltigungsprozess am Kieler Landgericht auf, in dem der Täter freigesprochen wurde. Er war angeklagt als höchster Beamter der Stadt Lauenburg zwei ihm untergebene Angestellte jahrelang sexualisiert belästigt und schließlich die eine der Betroffenen vergewaltigt zu haben, nachdem sie sich beim Bürgermeister über ihn beschwert hatte. Der Film ist immer noch aktuell und war seiner Zeit weit voraus. Vergewaltigung war damals ein Tabu-Thema.

"Der Film schlug damals – drei Jahrzehnte vor #MeToo – bundesweit hohe Wellen, wurde hundertfach bundesweit gezeigt und Teile ausgestrahlt. Daraus entstanden erste wissenschaftliche Untersuchungen zur Analyse von Vergewaltigungsprozessen und – Jahre später – das Zeuginnenbegleitprogramm, das mittlerweile in ganz Deutschland zum gesetzlichen Rechtsanspruch geworden ist. Aber auch zum Themengebiet des „Sexuellen Missbrauchs am Arbeitsplatz“ hat der Film viel bewirkt. Heute scheint es zumindest in Schleswig-Holstein nicht mehr denkbar, dass derartige Taten wie damals mit einem Freispruch enden." (Notruf Kiel 2019 anläßlich des 40jährigen Jubiläums)

Wann und wo: 05.05.2026 19.00 Uhr in 12099 Berlin, Tellestr. 11-13, Tor 3, Hof 2, Aufgang C, Raum 3/T08 mit anschließendem Gespräch

Besprechung in der taz vom 22.11.1986

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